Hitzeschutz an kommunalen Schulen

veröffentlicht am 11. Dezember 2025 von Günther Heinisch

Vor 14 Tagen haben wir hier über eine Erdzeit berichtet, in der die Erde zu heiß war. Zu heiß für Leben wie wir es kennen. In einer Grafik war eine Zahl enthalten: 97 von 100 bei Menschen von 0 – 6 Jahren bei 2 °C mehr Erderwärmung. Das bedeutet, bei 2° mehr Erderwärmung werden nur 3 von 100 Kindern im Alter von 0 – 6 Jahren die Hitzetage unbeschadet überstehen.

Wir sind gegenwärtig auf dem Weg zu +2,8 °C.

Was bedeutet das für die Kinderbetreuung in Kindergarten, Kita oder Schule? Dazu unsere Grüne Kommunalpolitische Vereinigung GAR:

Hitzeschutz an Schulen: Ein kommunales Konzept für die Zukunft

Die Klimakrise macht auch vor dem Klassenzimmer nicht halt. Immer häufiger steigen die Temperaturen im Sommer auf gesundheitsgefährdende Werte – besonders für Kinder. 

Ein umfassendes Konzept: Schritt für Schritt zur hitzefesten Schule

Damit kommunale Maßnahmen zum Hitzeschutz wirkungsvoll sind, sollten sie auf einem klaren Gesamtkonzept beruhen, das folgende Punkte umfasst:

Bestandsaufnahme

  • Erhebung zur Gebäudestruktur, Wärmebelastung und Lüftungssituation aller Schulen im Stadtgebiet
  • Analyse vorhandener Verschattungsmöglichkeiten, Zustand des Außengeländes (Begrünung, Versiegelung etc.)

Kurzfristige Maßnahmen

  • Aufstellung mobiler Sonnenschutzsysteme wie Sonnenschirme oder Segel
  • Einrichtung von Trinkwasserspendern in allen Schulgebäuden
  • Flexible Unterrichts- und Pausengestaltung bei Hitze
  • Entwicklung kommunaler Notfallpläne für extreme Hitzetage

Mittelfristige bauliche Maßnahmen

  • Nachrüstung mit außen liegenden Jalousien oder Lamellenanlagen
  • Dach- und Fassadenbegrünung zur passiven Kühlung
  • Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen zur Schaffung schattiger Aufenthaltsflächen

Langfristige Perspektive

  • Integration von Hitzeschutz und Energieeffizienz in Neubau- und Sanierungspläne
  • Entwicklung klimaresilienter Schulbaukonzepte in Zusammenarbeit mit Fachplaner:innen
  • Nutzung innovativer Kühltechnologien (z. B. Geothermie, Verdunstungskühlung)

Finanzierung & Förderung

  • Grobkostenschätzung für jede Maßnahme
  • Identifikation relevanter Förderprogramme von Bund und Ländern (z. B. Kommunalrichtlinie, KfW-Förderungen)

Zeitplan

  • Priorisierung schnell umsetzbarer Maßnahmen
  • Zeitliche Staffelung mittelfristiger und langfristiger Vorhaben mit klaren Meilensteinen


Dr. Robin Maitra, der Klimaschutzbeauftragte der Landesärztekammer Baden-Württemberg, warnt: „Gerade für Kinder können Hitze und direkte Sonneneinstrahlung gefährlich werden. Die körpereigenen Regulationsmechanismen sind oft noch nicht voll ausgebildet, ihre Haut ist empfindlich, sie schwitzen weniger und produzieren gleichzeitig mehr eigene Körperwärme. Sie spielen im Freien und können dabei gar nicht einschätzen, wann sie eine Pause brauchen. Es sind eben Kinder – und keine kleinen Erwachsenen.“

Wir sollten alles dafür tun, alle Risikogruppen bestmöglich zu schützen. Auch wenn das Risiko momentan gering ist, der nächste Sommer kommt.